Technik erklärt: Panasonic Focus Stacking
Die Makrofotografie ist eine ausgesprochen populäre Form der Fotografie. Eine besondere Herausforderung dabei ist jedoch das Spiel mit der Schärfentiefe. Durch die kurze Fokussierentfernung ist die Schärfentiefe selbst bei kleinen Blendenöffnungen ziemlich begrenzt. Falls du die Schärfentiefe erweitern und präziser kontrollieren möchtest, bietet dir die Technik des Focus Stacking die hierfür geeigneten Möglichkeiten. In diesem Artikel erläutern wir dir diese Technik im Detail.
Was ist Focus Stacking?
Beim Focus Stacking wird das Motiv mehrmals hintereinander fotografiert, wobei die Schärfe bei jedem Einzelbild jeweils auf eine andere Stelle gelegt wird. Anschließend montiert eine geeignete Focus Stacking Software die scharfen Bereiche der Einzelbilder zu einem einzigen Gesamtbild mit Schärfentiefeerweiterung zusammen, ohne dass hierfür eine Nachbearbeitung mit Software wie Photoshop oder Lightroom erforderlich ist. Focus Stacking erfordert im Allgemeinen etwas Geschick und einschlägige Kenntnisse und in manchen Fällen auch besonderes Zubehör.
Für die Erstellung einer guten Aufnahme mit Hilfe der Focus Stacking-Methode ist es wichtig, dass diejenigen Bereiche, die in der endgültigen Aufnahme scharf sein sollen, auch tatsächlich zur Gänze scharfgestellt sind. Um das gewünschte Endergebnis zu erreichen, kann es bisweilen erforderlich sein, mehr als 10 Aufnahmen zu erstellen, bei denen der Fokus jeweils leicht verlagert ist. Wichtig ist, dass sich die scharfen Bereiche der einzelnen Aufnahmen leicht überlappen. Die Verlagerung des Fokuspunkts kann sich vor allem bei der Makrofotografie als eine herausfordernde Aufgabe erweisen, da du schnell über den Bereich hinaus fokussierst, den du scharfstellen möchtest.
Panasonic erleichtert das Erstellen einer gelungenen Focus Stack-Aufnahme ganz erheblich, indem es diese Technologie als Funktion zur Kamera hinzugefügt hat. Bei Aktivierung der Post Focus- / Focus Stacking-Funktion erstellt die Kamera im Bruchteil einer Sekunde mehrere Fotos, bei denen sie den Fokus automatisch anpasst. So entstehen einige Dutzend Bilder mit einer Auflösung von 4K (8 Megapixel) oder 6K (16 Megapixel) (abhängig vom Kamera-Typ), die dir die Möglichkeit bieten, abschließend auszuwählen, welcher Fokuspunkt verwendet werden soll oder dass mehrere Fotos zu einem Focus Stack kombiniert werden müssen.
In der Praxis
Um die Focus Stacking-Funktion in der Praxis zu testen, machen wir uns mit der Panasonic Lumix DC-G9 und einem 45 mm F/2.8 Leica DG Macro-Elmarit-Objektiv auf den Weg. Nach kurzer Suche haben wir ein Motiv gefunden, das wir fotografieren können. Dem ersten Eindruck nach entsteht ein Focus Stack-Foto im Grunde in der gleichen Weise wie ein normales Foto. Der Auslöser wird zunächst halb gedrückt und dann ganz, um das Foto zu schießen. Was uns allerdings sofort auffällt, ist, dass der Autofokus den gesamten Fokusbereich "in Augenschein nimmt" und das Foto nicht mit einem einzigen Klick gemacht wird. Das liegt daran, dass die Kamera sofort eine ganze Reihe von Bildern aufnimmt.
Nach dem Erstellen dieser Reihe kannst du zwischen Post Focus- oder Focus Stack-Option wählen. Innerhalb der Focus Stacking-Option stehen dir noch zwei weitere Optionen zur Verfügung: die automatische und die manuelle Option. Falls du dich für die erstgenannte Option entscheidest, wählt die Kamera selbsttätig eine Reihe von Aufnahmen aus, die sich für den Focus Stack eignen. Bei der zweiten Option bestimmst du selbst anhand eines Rasters, welche Bereiche des Fotos du "im Fokus" haben möchtest. Sobald du deine Auswahl getroffen hast, erledigt die Kamera den übrigen Teil der Arbeit von selbst!
Stufenplan
Im Folgenden siehst du auf verschiedenen Fotos, wie die Focus Stacking-Funktion auf deiner Kamera aussieht.






































































