Fotograf der Niederlande
Im vergangenen November wurde Marwan zum niederländischen Fotografen des Vaterlandes ernannt. Als er mit der Fotografie anfing, hätte er nicht einen Moment daran gedacht, dass er zum Botschafter der niederländischen Fotografie werden könnte. "Ich empfinde das als eine sehr ehrenvolle Aufgabe. Deshalb freue ich mich sehr darauf, diesen Titel und diese Funktion in den nächsten zwei Jahren zu erfüllen. Es werden sich buchstäblich Türen für mich öffnen und deshalb ist vieles möglich." Marwans Mission für die nächsten zwei Jahre ist es, dafür zu sorgen, dass die Menschen ihre eigenen Geschichten erzählen können. "Ich möchte, dass es eine Generation gibt, die ihre Kamera zückt, um eine Geschichte zu erzählen", sagt er. Er erklärt, dass es sein Ziel ist, die Fotografie zugänglicher und inklusiver zu machen. "Ich denke, das ist wichtig."
Marwan sagt, dass er früher niemanden hatte, zu dem er aufschauen konnte. Es gibt einen Rotterdamer Rapper, Winne, der in einem seiner Lieder rappt: "Ich suchte einen Helden, als ich jung war, ich wurde selbst einer. Dieser Text bedeutet mir sehr viel." Er erklärt, dass er in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem bestimmte Erfolge nicht selbstverständlich waren. "Jetzt habe ich mir selbst gezeigt, dass es möglich ist. Ich bin also mein eigenes Beispiel geworden." Er hofft, dass er ein Vorbild für andere sein kann. "Manche Jungen und Mädchen, die mir ähnlich sind, haben nicht viele Vorbilder. Sie sehen sich nicht oft in den Medien widergespiegelt oder im Gegenteil, sie werden stark stigmatisiert. Ich hoffe, dass ich das ändern kann, indem ich als Fotograf des Jahres für Sichtbarkeit sorge. Das ist sehr cool und ein sehr schönes Ziel, das ich gerne verfolge.”
Selbstvertrauen
Er merkt bereits, dass er ein Vorbild für andere sein kann. "Es gibt Kinder um mich herum, die sagen: 'Dieser Marwan, den kenne ich! Er ist einfach berühmt!'" Das motiviert ihn. "Es gibt mir auch Selbstvertrauen. Ich hatte nie eine Ausbildung in Fotografie und dann bekommt man schnell das Gefühl, dass man nicht weiß, was man tut. Aber man lernt tatsächlich, seiner Intuition zu vertrauen. Es gibt Selbstvertrauen, wenn man merkt, dass Ideen und Projekte ankommen und Preise gewinnen." Er erklärt, dass man Selbstvertrauen haben muss, um hauptberuflich Fotograf zu sein. "Die Welt wird nicht 1, 2, 3 verstehen, warum du fotografierst. Deshalb musst du selbstbewusst bleiben, auch wenn die Außenwelt nicht selbstbewusst ist."
In Zukunft möchte er weiterhin Geschichten über große Themen schreiben. "Ich würde meine Fotos als aussagekräftig und hautnah beschreiben. Es sind Bilder, die von der aktuellen Zeit erzählen, aber auch klassisch und zeitlos sind." Marwan fotografiert hauptsächlich dokumentarische Porträts. "Das kann sehr modern sein, aber auch hautnah.”